Kerzenreste verwerten: Wachsfresser, neue Kerzen gießen oder Anzünder
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Kurz gesagt
Kerzenreste lassen sich auf drei Wegen weiterverwenden: im Wachsfresser (auch Kerzenfresser oder Schmelzlicht genannt) draußen verbrennen, im Wasserbad einschmelzen und zu neuen Kerzen gießen oder zu Anzündern für Kamin und Grill verarbeiten. Wichtig ist sauberes Wachs ohne Dochtreste, Metall und Deko.
Inhalt
In jedem Haushalt sammeln sich Kerzenstummel, Teelichtreste und angebrannte Stumpen. Wegwerfen muss man sie nicht: Wachs lässt sich immer wieder verbrennen, umgießen oder als Anzünder nutzen. Hier zeigen wir die drei Wege, die sich in unserer Werkstatt bewährt haben – und was du dabei beachten solltest.
Kerzenreste werden im Wachsfresser zum Outdoorfeuer – handgegossen in Dresden.
Welche Kerzenreste eignen sich?
Fast alle. Entscheidend ist, dass das Wachs sauber ist. Bevor du Reste weiterverwendest:
Fremdkörper entfernen: alte Dochte, Metallplättchen von Teelichtern, Aluhüllen, Etiketten, Streichhölzer und Dekoreste gehören nicht ins Wachs.
Nach Wachsart trennen, wenn du gießen willst: Paraffin, Sojawachs, Rapswachs und Bienenwachs schmelzen bei unterschiedlichen Temperaturen und verbinden sich nicht immer sauber. Für den Wachsfresser darfst du sie mischen.
Nach Farbe sortieren: Wer alle bunten Reste zusammen einschmilzt, bekommt fast immer eine bräunliche Kerze. Farbfamilien getrennt sammeln lohnt sich – oder du nimmst das Braun bewusst in Kauf und nutzt die Kerze im Wachsfresser oder als Anzünder.
Duftreste bewusst einsetzen: Reste von Duftkerzen sind fürs Verbrennen im Freien unproblematisch, beim Gießen neuer Kerzen mischen sich die Düfte.
Sammle die Reste am besten in einem Schraubglas oder einer alten Dose – so hast du beim nächsten Projekt gleich genug Material.
Typische Sammlung: Stumpen, Teelichtreste und abgebrochene Wachsstücke – alle lassen sich weiterverwenden.
Weg 1: Der Wachsfresser – Kerzenreste einfach verbrennen
Der bequemste Weg. Ein Wachsfresser (auch Kerzenfresser, Kerzenrestefresser, Schmelzlicht oder Betonfeuer genannt) ist eine feuerfeste Schale mit einem Dauerdocht aus gepressten Holzspänen. Der Docht brennt nicht ab, sondern zieht das flüssige Wachs nach oben und verbrennt es. Du legst deine Kerzenreste einfach rund um den Docht in die Schale – sie schmelzen nach und nach und werden zum Brennstoff. Ist das Wachs verbraucht, füllst du neue Reste nach. Ein Wachsfresser verbraucht so über Jahre, was sonst in den Müll wandern würde.
So funktioniert er Schritt für Schritt:
Wachsfresser auf eine feuerfeste, ebene Unterlage im Freien stellen – Terrasse, Balkon oder Garten, geschützt vor Wind.
Holzdocht anzünden. Der Docht sollte etwa 5 mm aus dem Wachs herausschauen.
Sobald sich um den Docht ein Wachssee bildet, saubere Kerzenreste am Rand nachlegen. Sie schmelzen langsam ein.
Zum Löschen die Flamme mit einem Dochtlöscher oder einer hitzebeständigen Abdeckung ersticken. Nicht auspusten – dabei kann heißes Wachs spritzen.
Schale erst bewegen, wenn sie vollständig abgekühlt ist.
Warum nur draußen? Beim Verbrennen gemischter Kerzenreste kann je nach Wachs und Zusätzen Ruß entstehen. Deshalb gehört der Wachsfresser ausschließlich ins Freie. Er ist nicht windfest und sollte nie unbeaufsichtigt brennen – auch nicht in Reichweite von Kindern oder Haustieren.
Unser Wachsfresser Outdoorfeuer hat eine handgegossene Betonschale aus Dresden mit rund 18,5 cm Durchmesser, einen Holzdocht und einen Metallfuß. Es gibt ihn als DIY-Variante zum Starten mit eigenen Wachsresten oder fertig befüllt mit Sojawachs in den Duftrichtungen Natur, Lavendeltraum und Sternenzauber. Wenn die eigenen Reste einmal nicht reichen, gibt es Nachfüllwachs in Pastillen, das du ohne Schmelzen direkt in die abgekühlte Schale gibst. Ein verbrauchter Docht wird einfach gegen einen Dauerdocht getauscht.
Nachlegen statt wegwerfen: Saubere Kerzenreste kommen einfach an den Rand der Schale.
Weg 2: Aus Kerzenresten neue Kerzen gießen
Wer gern bastelt, macht aus alten Resten neue Kerzen. Das funktioniert mit wenigen Dingen aus dem Haushalt:
Wasserbad vorbereiten: einen Topf mit etwas Wasser erhitzen, darin ein altes hitzebeständiges Gefäß – eine leere Konservendose ist ideal. Wachs nie direkt auf der Herdplatte schmelzen.
Reste einschmelzen: zerkleinerte, sortierte Reste in die Dose geben und langsam schmelzen lassen. Kein Wasser ins Wachs kommen lassen. Verkohlte Dochtstücke, Ruß und Staub schwimmen oben oder setzen sich am Boden ab – abschöpfen oder das flüssige Wachs durch ein feines Sieb gießen. Nur sauberes Wachs ergibt Kerzen, die gleichmäßig und rußarm brennen.
Docht setzen: einen neuen Docht in ein Glas, eine Silikonform oder eine Gießform stellen und oben mit einem Holzstäbchen oder einer Dochtnadel mittig fixieren.
Gießen und ruhen lassen: das flüssige Wachs eingießen, etwa eine Stunde auskühlen lassen, bei einer Delle in der Mitte einmal nachgießen. Docht auf rund einen Zentimeter kürzen.
Für den Anfang brauchst du nicht mehr als eine passende Form und Docht: In unserer Kategorie Gießformen findest du Zylinder- und Pyramidenformen, die sich immer wieder verwenden lassen, dazu Dochte in verschiedenen Stärken. Wer lieber ein komplettes Set mit Anleitung und Video möchte, ist mit dem DIY-Kerzen-Gießset richtig – damit gießt du 14 Kerzen und hast anschließend Formen und Dochtnadeln für alle künftigen Kerzenreste.
Gut zu wissen: Kerzen aus gemischten Resten werden selten so farbrein wie gekaufte – oft eher braun oder gedeckt. Wer das nicht möchte, sortiert die Reste streng nach Farbe oder überzieht die Kerze außen mit einer dünnen Schicht neuem Wachs. Reste aus reinem Paraffin lassen sich am unkompliziertesten umgießen. Sojawachs aus Kerzen im Glas ist weich und eignet sich eher wieder für Glaskerzen als für freistehende Formen.
Weg 3: Anzünder für Kamin, Ofen und Grill
Die kleinste Menge Wachs reicht für Anzünder, die besser funktionieren als gekaufte Würfel: Die Mulden eines Eierkartons mit Sägespänen oder Holzwolle füllen, geschmolzenes Wachs darübergießen und aushärten lassen. Einzelne Mulden abreißen, anzünden, fertig. Der Karton selbst brennt mit. Für den Grill nur Reste ohne Duftöl verwenden.
Was mit Kerzenresten nicht geht
Reste mit eingegossener Deko, Glitzer, Blüten oder Papier – sie verstopfen den Docht oder brennen unkontrolliert.
Teelichthüllen aus Aluminium – die kommen in die Wertstoffsammlung, nicht ins Wachs.
Wachs im Abfluss – flüssiges Wachs erstarrt in der Leitung. Kleine Mengen, die wirklich nicht mehr verwertbar sind, gehören in den Restmüll.
Den Wachsfresser leerbrennen lassen – ohne Wachs verkohlt der Holzdocht. Rechtzeitig nachlegen oder löschen.
Häufige Fragen
Kann ich verschiedene Wachsarten im Wachsfresser mischen?
Ja. Paraffin, Sojawachs, Rapswachs und Bienenwachs dürfen gemischt verbrannt werden. Wichtig ist nur, dass die Reste sauber und frei von Dochtresten, Metall und Deko sind.
Wie lange brennt ein Wachsfresser?
Das hängt von Wachsmenge, Wachsart, Docht und Wetter ab – eine feste Stundenzahl gibt es deshalb nicht. Solange du geeignete Reste nachlegst, brennt er viele Abende lang weiter.
Darf ich den Wachsfresser drinnen benutzen?
Nein. Beim Verbrennen gemischter Kerzenreste kann Ruß entstehen. Der Wachsfresser ist ausschließlich für Balkon, Terrasse und Garten gedacht.
Was mache ich, wenn der Holzdocht kippt oder zu kurz wird?
Flamme löschen, vollständig abkühlen lassen, den Docht vorsichtig aufrichten und verkohlte Reste entfernen. Ist er zu kurz oder beschädigt, vor der nächsten Nutzung durch einen Dauerdocht ersetzen.
Kann ich Reste von Duftkerzen zum Kerzengießen verwenden?
Ja, aber die Düfte mischen sich. Für neue Duftkerzen nimmst du besser Reste einer einzigen Sorte oder neutrales Wachs und gibst ein Duftöl für Kerzen dazu.
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